Der GR 20 Nord - Eine nasse Herausforderung - Teil 1

24.06. Etappe 1: Auberge de la Foret de Bonifatu - Haut Asco

Zunächst möchten wir Hubert und Brigitte danken. Nach einigen Takspielen (wo wir die beiden, taktisch klug, gewinnen ließen J) freuten wir uns, dass wir gemeinsam zur Auberge de la Foret de Bonifatu fahren würden (Danke). Hubert und Brigitte wollten dort eine Tageswanderung unternehmen, wir starteten dort unseren GR20 Nord. Unser Ziel: Haut Asco. Damit wählten wir eine Variante zu dem sonst üblichen Einstieg von Calenzana aus, der zunächst zur Refuge d´Ortu di u Piobbu führt. Von dort führt die 2. Etappe zur Caruzzu Hütte, bevor es mit der 3. Etappe nach Haut-Asco geht. Auf diese Weise kürzten wir den Aufstieg nach Haut Asco ab und sparten 2 Etappen. Dafür hatte es diese Etappe in sich und war mit neun Stunden Dauer, überwiegend bergauf, ein eher harter Einstieg:

Start: 9:15 Uhr / Ankunft: 18:15 Uhr / Aufstieg insgesamt knapp 1600 m /
Abstieg insgesamt rund 700 m

Es gab Momente, in denen wir das Ende herbeisehnten. Aber tapfer mussten wir die teilweise steilen, ausgesetzten Steigungen erklimmen, unsere ersten Schneefelder überwinden. Den Abstieg nach Haut Asco kannten wir von unserer Besteigung des A Muvrella, allerdings nicht mit über 21 kg Gepäck bzw. 17 kg Gepäck auf dem Rücken. Ich war froh, einen neuen Rucksack für diese Wanderung gekauft zu haben. Die Anschaffung des relativ hochpreisigen Ospreys hatte sich spätestens jetzt gelohnt.

Weil die Etappe wirklich lang war und wir demzufolge spät ankamen, mussten wir in Haut Asco, einem korsischen Skizentrum, mit den "Zelt-Lücken" vorlieb nehmen, die noch übrig waren. Dafür konnten wir in dem Bergrestaurant wirklich gut und korsisch speisen. Schnell hatten wir die Anstrengungen und den steinigen, etwas abschüssigen Zeltplatz vergessen und waren einerseits gespannt auf den nächsten Tag, andererseits in ehrfurchtsvoller Erwartung gegenüber den Cirque de la Solitude...

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25.06. Etappe 2: Haut Asco - Refuge de Tifghiettu - Bergerie de Ballone

Dem Augenschein nach kannten wir ihn, den Cirque de la Solitude, jene Stelle, die als die schwierigste und anspruchsvollste des GR 20 gilt. Zwei Jahre zuvor waren wir zum Eingang des Talkessels gewandert, der vom 2183 m hohen Bocca Tumascinesca rund 200 m steil bis zum rund 1980 m hohen Kesselboden abfällt und auf der südlichen Seite knapp 240 m steil zum Bocca Minuta (2218 m) hinaufführt. Wir waren uns sicher, dass wir diesen Teil des GR 20 Nord gut bewältigen würden. Weil der Abend zuvor etwas länger dauerte, standen wir erst um 7 Uhr auf, obwohl diese Etappe die längste und anspruchsvollste, nicht zuletzt wegen der vielen Aufstiegs- und Abstiegshöhenmeter, des ganzen GR20 Nord ist:

Start: 9:00 Uhr / Ankunft: 18:20 Uhr / Dauer 9:20 / Cirque Beginn: 12:30 / Cirque Ende: 15:20
Verlassen des Refuges de Tifghiettu: 17:40 Uhr /
Aufstieg insg. knapp 1600 m / Abstieg insg. rund 1550 m

Als wir starteten wussten wir noch nicht, dass wir wegen Überfüllung des Refuge de Tifghiettu noch eine Stunde länger bis zur Bergerie de Ballone absteigen mussten. Dafür hat sich diese ungeplante Verlängerung gelohnt: Wunderschöne Zeltplätze, eine gut geführte Bergerie, in der es natürlich kaltes Pietra gab, und eine warme Dusche in einem improvisierten Holzverschlag, die wohl auf dem gesamten GR20 eine Rarität ist.

Doch bevor wir diese genießen konnten, durchkletterten wir den Cirque de la Solitude, in dem jedes Jahr schwere Unfälle geschehen, entweder wegen plötzlich einbrechenden schlechten und kalten Wetters oder weil Wanderer an den ausgesetzten Stellen den Halt verlieren. Erfahrung im hochalpinen Bereich und absolute Schwindelfreiheit sind ein Muss für die sichere Durchquerung. Als wir uns an den Abstieg machten, dominierte blauer Himmel, der aber allmählich von tief hängenden Wolken bedeckt wurde. Wir beeilten uns, so gut es ging, denn Regen würde die glatten, steilen Felsen in Rutschen verwandeln.

Tatsächlich verlangte uns der "Kessel der Einsamkeit" vor allem mental alles ab. 40% der Kletterpassagen sind mit Ketten versehen, um die ca. 70-80 Grad steilen Felsen zu bewältigen. Gleichwohl sind auch die anderen Teile äußerst steil. Zur Sicherheit ließen wir an einigen Teilen unsere Rucksäcke an einem Seil ab, um uns ohne das schwere Gepäck mit mehr Gewandtheit bewegen zu können. Einmal begonnen, lässt der Cirque keine Ausstiegsmöglichkeit... Der Weg führt nur über die Boccas Tumascinesca und Minuta.

Zurecht waren wir stolz, als wir den Bocca Minuta nach fast drei Stunden erreichten. Der Abstieg zur Bergerie de Ballone war angesichts des bisherigen Weges nur noch ein Kinderspiel...

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26.06. Etappe 3: Bergerie de Ballone - Refuge de Ciottulu di i Mori -
 Col de Vergio

Wolkenverhangen, wenig einladend, schaute die Königin der korsischen Berge, die 2525 m hohe Paglia Orba auf uns herab, nur schemenhaft konnten wir das Capu Tafunatu, "das Loch des Teufels" erkennen. Das "Matterhorn" Korsikas ist der dritthöchste Berg und lässt sich gut von der Refuge de Ciottulu di i Mori besteigen. Aber sicher nicht heute. Die Stellplätze rund um das Refuge waren teilweise belegt, die Zelte standen auf mit Steinen eingerahmten Stellplätzen, auf felsig-sandigen Untergrund, der infolge der Feuchtigkeit aufgeweicht war. Die Szenerie wirkte wenig einladend, das offensichtlich bevorstehende regnerische Wetter trieb uns voran.

Eigentlich endet diese Etappe am Refuge de Ciottulu di i Mori, startet aber auch am Refuge de Tifghiettu, und ist mit nur wenig über drei Stunden eine recht entspannte Wanderung. Dafür ist die folgende Etappe vom Refuge de Ciottulu di i Mori zum Refuge de Manganu mit 24 km die längste Etappe des GR 20, sofern man keine Varianten wählt. Wegen des schlechten Wetters verlängerten wir die Etappe: Unser Ziel war der Col de Vergio, dort waren wir jedenfalls sicher, hätten zur Not sogar im dortigen Skihotel übernachten können. So wurde aus der eigentlich entspannten Wanderung einerseits eine doch wieder lange Tour, andererseits kürzten wir auf diese Weise die Etappe zur Refuge de Manganu erheblich ab:

Start: 9:20 / Ankunft : 17:40 / Dauer: 8:20 / Ciottulu di i Mori: 13:10 /

Aufstieg: 1000 m / Abstieg: 1050 m

Kurz hinter di i Mori begann es zu regnen. Unsere Entscheidung war richtig. Wir warfen uns die Käppis über und stellten uns vor, wie wir bei Sonnenschein in den wunderbaren Gumpen des Golo, dessen Verlauf wir abwärts folgten, baden würden. Gleichwohl genossen wir die wunderbare Landschaft zwischen bizarren Bergen, im Rücken die Paglia Orba, und den grünen Hochlandwiesen, die vereinzelt von Kühen und Schafen bevölkert sind. An der Bergerie Radule hatten wir kurz gemeinsam mit vielen anderen Wanderern vor dem zwischenzeitlich sehr starken Regen Schutz gefunden und einen lauwarmen Kaffee geschlürft.

Kurz vor dem Col de Verghio hörte der Dauerregen auf. Der Campingplatz neben dem Skihotel ist zwar kein typischer GR20-Zeltplatz, bietet dafür aber alles, sogar eine überdachte Küche, die wir sofort nutzten, um unsere hungrigen Mägen mit einem einfachen Nudelgericht zu verwöhnen. Zudem konnten wir komfortabel auf einem ebenen, Gras bewachsenen Stellplatz zelten. Bei Wein und Bier in der Bar des Hotels ließen wir den Abend ausklingen...und wir wussten nicht, wie es den nächsten Tag weitergehen würde.

Am Morgen wurden wir zunächst von dem Rucksack Gittis überrascht, der von einem Fuchs aus der Apside fünf Meter vom Zelt geschleppt wurde. Ziel dieser Anstrengung: Unser geliebter Lonzu! Den Filetschinken, eine korsische Spezialität, lagerte neben allen anderen Nahrungsmitteln normalerweise immer im Zelt. Nur diese Nacht nicht! Bevor der Fuchs den Lonzu davon schleppte, zerbiss er unsere Müslitüten. War das ein Omen für unseren bevorstehenden Abbruch?

Bilder Etappe 3

27.06. Rückkehr nach Riva Bella - Abbruch wegen schlechten Wetters

14:05 Uhr: Wir stehen in Folleli, halten unseren Daumen raus und hoffen, das letzte Stück bis Riva Bella Non Stop zurückzulegen. Eine junge Frau hielt, eine Altenpflegerin, die auf dem Weg zu einer Patientin war. Sie brachte uns sogar extra bis zur Abzweigung am orangenen Ball, jenem Zeichen, das uns jedes Mal zum Abbiegen nach Riva Bella auffordert.

Dass wir als Tramper in rund 5 Stunden vom Col de Vergio bis Riva Bella kommen würden, hatten wir nicht sogleich erwartet. Es war leichter als gedacht: Zunächst wanderten wir die D 84 Richtung Ponte Leccia, niemand hielt, Pessimismus machte sich breit. Aber Tramper müssen geduldig sein, das lernten wir bei unserer Tramptour. Schließlich hielt ein junges, alternativ ausschauendes, französisches Pärchen, mit einem alten Ford Galaxy, das uns bis Calacuccia mitnahm. Wir saßen zwischen zwei demontierten Rücksitzen, Gepäck und den Schlafmatratzen des jungen Pärchens, recht unbequem, aber glücklich und dankbar, dass es voranging.

Das Wetter war sonnig, nur wenige Wolken zogen über die zahlreichen Zweitausender der korsischen Alpen. Zwischendurch zweifelten wir: "Hätten wir nicht doch weiter wandern sollen?" Der Wetterbericht im Hotel am Col de Vergio hatte allerdings Regen und Gewitter vorhergesagt: Mal wieder!

Ein Korse, selbständiger Ingenieur, der mit Elektro- und Elektronikinstallationen sein Geld verdiente, brachte uns in seinem Pick Up zur N198. Dass uns bis Folelli ein Opel Corsa, besetzt mit vier jungen Frauen aus Borgo, mitnahm, kaum Platz für die vier, geschweige denn für uns mit unseren großen Rucksäcken zeigte uns, wie freundlich und hilfsbereit die Korsen sind. So nah dran waren wir noch nie, denn bislang hatten wir immer unser eigenes Auto. Fazit: Erst als Backpacker lernst du Land und Leute kennen.

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27.06. Rückkehr nach Riva Bella - Abbruch wegen schlechten Wetters

14:05 Uhr: Wir stehen in Folleli, halten unseren Daumen raus und hoffen, das letzte Stück bis Riva Bella Non Stop zurückzulegen. Eine junge Frau hielt, eine Altenpflegerin, die auf dem Weg zu einer Patientin war. Sie brachte uns sogar extra bis zur Abzweigung am orangenen Ball, jenem Zeichen, das uns jedes Mal zum Abbiegen nach Riva Bella auffordert.

Dass wir als Tramper in rund 5 Stunden vom Col de Vergio bis Riva Bella kommen würden, hatten wir nicht sogleich erwartet. Es war leichter als gedacht: Zunächst wanderten wir die D 84 Richtung Ponte Leccia, niemand hielt, Pessimismus machte sich breit. Aber Tramper müssen geduldig sein, das lernten wir bei unserer Tramptour. Schließlich hielt ein junges, alternativ ausschauendes, französisches Pärchen, mit einem alten Ford Galaxy, das uns bis Calacuccia mitnahm. Wir saßen zwischen zwei demontierten Rücksitzen, Gepäck und den Schlafmatratzen des jungen Pärchens, recht unbequem, aber glücklich und dankbar, dass es voranging.

Das Wetter war sonnig, nur wenige Wolken zogen über die zahlreichen Zweitausender der korsischen Alpen. Zwischendurch zweifelten wir: "Hätten wir nicht doch weiter wandern sollen?" Der Wetterbericht im Hotel am Col de Vergio hatte allerdings Regen und Gewitter vorhergesagt: Mal wieder!

Ein Korse, selbständiger Ingenieur, der mit Elektro- und Elektronikinstallationen sein Geld verdiente, brachte uns in seinem Pick Up zur N198. Dass uns bis Folelli ein Opel Corsa, besetzt mit vier jungen Frauen aus Borgo, mitnahm, kaum Platz für die vier, geschweige denn für uns mit unseren großen Rucksäcken zeigte uns, wie freundlich und hilfsbereit die Korsen sind. So nah dran waren wir noch nie, denn bislang hatten wir immer unser eigenes Auto. Fazit: Erst als Backpacker lernst du Land und Leute kennen.

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