31.01. – 11.02.:

Argentinische Naturschauspiele der Sonderklasse

Tour Karte 5: Von Bariloche über El Chaltèn und El Calafate nach Punta Arenas

Zwischen Wanderungen im Wunderland und kalbenden Gletschern

Die Busfahrt war lang, länger als erwartet (davon mehr im Download). Wir nutzten die Zeit in El Calafate bis zur Weiterfahrt nach El Chaltèn und kauften Lebensmittel ein. El Chaltèn ist ein sehr bekanntes argentinisches Wander- und Klettereldorado. Im Winter leben hier kaum 100 Menschen, die nächste Stadt ist das ebenfalls auf Sommertourismus ausgerichtete, 250 km entfernte EL Calafate. Abgesehen von einigen Estancias gibt es in der Umgebung dieser Ortschaften nur Pampa.

Ganz anders Bariloche, unsere erste Station in Argentinien. Bariloche zählt knapp 130000 Einwohner und ist offenbar ein Zentrum für europäische Argentinienbesucher und für den südamerikanischen Tourismus. Die weitere Umgebung bietet viele Wandermöglichkeiten im Sommer und Skigebiete im Winter. Bereits nach der Einreise in Argentinien ändert sich der Eindruck: Die Ortschaften sind gepflegter, die Häuser größer, teilweise gibt es an den Seen richtige Anwesen. Das ist wohl der Grund, weshalb dieses Bergseengebiet die „Schweiz Argentiniens“ genannt wird. Wir finden, dieser Vergleich ist nur mit äußerstem Wohlwollen möglich.

Wir fühlten uns jedoch von Anfang an wohl, was sicher auch an unserem Hostel lag: Die Mitarbeiter waren hilfsbereit (alle sprachen Englisch), die Zimmer waren sauber, alles Wichtige war vorhanden. Und wir hatten einen Blick, der seinesgleichen suchte: Das Hostel lag oben am Hang und hatte eine große Terrasse mit Blick auf den 50 km langen Lago Nahuel Huapi.

Nach Cabanaconde in Peru konnten wir endlich wieder richtig wandern. Dabei fühlten wir uns zumindest ein klein wenig an Korsika erinnert: Es gab bei Teilstücken durchaus Ähnlichkeiten. So führte uns unsere erste Wanderung zum Refugio Frey, das an einem klaren kleinen Bergsee liegt. 26 km bestritten wir in 6,5 Stunden Wanderzeit, immerhin waren gute 700, teils steile Höhenmeter zurückzulegen.

Die Infrastruktur in Bariloche ist auf den Wandertourismus ausgelegt. Wir nutzten die recht günstigen Busse zu unseren Unternehmungen. Und wie sollte es anders sein: Es war auch eine Fahrradtour dabei: 32 km radelten wir im auf und ab (rund 800 Gesamthöhenmeter) des circuito chico. Tolle Ausblicke in und über die Landschaft lohnten die Anstrengung allemal und ein Besuch in der Colonia Suiza, einer von Schweizern gegründeten Siedlung am Lago Panuel, die allerdings nur mit einigen Namen und Symbolen an die Schweiz erinnert.

Highlights liegen in Südamerika weit auseinander. Aufgrund der Größe des Kontinents sind lange Busfahrten eine unkomplizierte Möglichkeit, lange Distanzen relativ preisgünstig zu überwinden. So kostete die 27-Sunden-Busfahrt (2300 Km) von Bariloche nach El Calafate für zwei Personen nur 266 €. In diesem Fall waren es am Ende bis El Chaltèn 32 Stunden (dazu mehr im Downoad).

El Chaltèn war sicher ein Highlight unserer Reise. Das 3400 m hohe Fitz Roy Massiv, imposante Granitblöcke, die der Erosion lange widerstanden, sind ein Blickfang, der seinesgleichen sucht. Eine Wanderung dorthin ist ein Muss für Patagonienreisende. Die markanten Türme, die Gletscher und Gletscherseen sowie der bis zur Waldgrenze dichte Bewuchs haben uns bei unseren zwei Wanderungen in seinen Bann gezogen. Es war ein erhabenes Gefühl, diese faszinierende Bergwelt zu erleben,

San Carlos de Bariloche liegt in der Provinz Río Negro am Fuße der Anden auf 893 m. Bariloche wird von den Seen Nahuel Huapi (einem der größten Argentiniens), Gutiérrez und Mascardi umgeben. Der Name Bariloche kommt vom Mapuche-Wort Vuriloche und bedeutet "Menschen, hinter dem Berg" (furi=hinter, che=Menschen). Der Vuriloche-Pass wurde von den Mapuche benutzt, um die Anden zu überqueren. Bariloche liegt auf dem 41. Breitengrad Süd (Zum Vergleich: Rom liegt auf dem 41. Breitengrad Nord). Die Sonnenstrahlung ist also recht intensiv, die Sommer warm und trocken. Im Winter gibt es lediglich Nachtfröste, wohingegen die umliegenden Berge von Schnee bedeckt sind.

El Chaltén ist ein kleines Dorf (rund 300 Einwohner) in Patagonien im Süden von Argentinien in der Provinz Santa Cruz, nahe der chilenischen Grenze am nördlichen Rande des Nationalparks Los Glaciares. Der Ort wurde am 12. Oktober 1985 gegründet und gehört damit zu den jüngsten Ortschaften Argentiniens. El Chaltèn bedeutet in der Sprache der Ureinwohner, der Tehuelche-Indianer, „Rauchender Berg“, obwohl der Fitz Roy kein Vulkan ist. Die Bezeichnung leitet sich von den oft an der Spitze des Berges sichtbaren Wolken ab. El Chaltèn lebt fast ausschließlich vom Tourismus. El Chaltèn liegt auf 410 m Höhe und auf 49 Grad südlicher Breite (Stuttgart liegt etwa auf 49 Grad nördlicher Breite). El Chalten weist ein recht mildes Klima auf, die Sommer sind warm, im Winter gibt es zwar Nachtfröste, die Tage sind meist jedoch über der Frostgrenze. Die Höhenzüge des umliegenden Fitz Roy-Massivs sind hingegen meist verschneit.

 

Die Fahrt nach Punta Arenas verlief unspektakulär, außer der Straße nach Puerto Natales, die eine Schotterpiste ist. Für den Busfahrer war es nur die Aufforderung, schnell zu fahren, um den Passagieren zu zeigen, was ein Mercedes Bus „Made in Brasil“ auszuhalten vermag. Bevor wir unsere Ausreisestempel in Argentinien erhielten, warteten wir eine gute halbe Stunde. Wir durften zwar den stickigen Bus verlassen, mussten aber im nahen Umkreis bleiben. Die chilenische Grenze erforderte wieder eine vollständige Kontrolle: Pass, Person, Gepäck. Das dauert jedes Mal recht lange, weil das Gepäck aller Passagiere aus dem Bus aus- und eingeladen werden muss. Uns nahmen Sie eine Zwiebel und eine Knoblauchzwiebel ab, Lebensmittel dürfen nicht nach Chile eingeführt werden. Es sollte unsere letzte Einreise nach Chile sein.

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Der Perito Moreno Gletscher – ein Naturschauspiel der besonderen Art

 

Touristenströme ergießen sich entlang der Boardwalks. Es gibt viele Viewpoints, der Gletscher lässt sich so aus vielen Perspektiven betrachten. Alleine dafür lohnt es sich, einen halben Tag zu bleiben.

 

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Wir waren extra am Nachmittag gestartet, weil dem Hörensagen nach die meisten Touristen am Morgen kommen. Aber etwas anderes interessierte uns besonders: Den kalbenden Perito Moreno zu sehen. Am Nachmittag, wenn die Sonne schon einige Zeit das Eis erwärmt hat, wird es instabil, das Eis an der Gletscherzunge, die an einigen Stellen wohl 50 Meter aus dem vorgelagerten Gletschersee aufragt, droht zu brechen: Der Gletscher kalbt.

Gespannt spazierten wir den Boardwalk entlang. Ich hatte meine Kamera schussbereit. Nur kurz entledigte ich mich meines Rucksackes, ich wollte meine Jacke ausziehen und etwas trinken.

 

Unerwartet schrien andere Touristen, zuvor hatte der Gletscher mit lautem Getöse angekündigt, dass er einen Teil seines mächtigen Eiskörpers verlieren würde. Ich schmiss alles von mir, riss die Kamera hoch und hoffte dass das Objektiv schnell ausfahren würde. Doch es war zu spät, nur das laute Aufplatschen des abgebrochenen Eisblockes konnte ich gerade noch fotografieren…

 

Hatte ich jenen Moment, den wir in voller Länge erleben wollten, verpasst? Wir gaben die Hoffnung nicht auf. Wir suchten uns eine Stelle, wo wir den vorderen Zungenbereich gut einsehen konnten… und warteten. Der Gletscher knallte, es hörte sich an, als würden Gewehre abgeschossen, dann knackte er, dann knallte es irgendwo im Inneren. Es waren jedes Mal andere Stellen - mal rechts mal links kündigte das Eis an, dass irgendwo etwas brach. Links hörten wir ein lautes Getöse, ein noch lauteres Platschen, das vom linken Zungenbereich kam, für uns nicht einsehbar. Wir warteten. Wir hatten uns für diese Stellen entschieden. Direkt vor uns ragte ein großer Eisblock hervor, von hinten schimmerte es blau. Klüfte durchzogen die Eiswand. Ja, hier könnte etwas passieren, spekulierten wir. Es knallte wieder, irgendwo im Inneren des Gletschers. Ein Eisblock war offenbar in eine Gletscherspalte gestürzt.

Hoffentlich würde der Akku der Kamera halten. 2 Stunden warteten wir schon, wir hörten und spürten den Gletscher. Wir spürten das erhabene Gefühl dieses Naturwunders. Ständig aktivierte ich die Kamera, das Objektiv war dauerhaft ausgefahren, um im entscheidenden Moment bereit zu sein. Plötzlich knallte der Gletscher – und wir wussten, das Warten hatte sich gelohnt… ich aktivierte die zuvor eingestellte Serienbildfunktion der Kamera…

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Wir warteten weiter. Da war eine Stelle, so spekulierten wir, die sehr instabil war. Eine mächtige Eiswand ragte hervor, eine Sandschicht war im Eis eingeschlossen. Dieser Bereich könnte instabil werden. Wir warteten weiter – und konnten uns der Spannung kaum entziehen. Die Sonne verlor inzwischen ihre Kraft, es ging auf 18 Uhr zu. Wir beschlossen, noch andere Aussichtspunkte aufzusuchen. Zehn Minuten später fragt mich ein Franzose, ob ich ihn mit seiner Frau fotografieren könne. Nach dem Foto erzählte ich ihm von unserem Erlebnis und zeigte ihn die Bilder. Unverhofft knallte es so laut, gleich einem Artelleriefeuer, in einer Lautstärke, wie wir es zuvor noch nicht gehört hatten. Jener mächtige Eisblock brach. Ich riss meine Kamera hoch und drückte mehrfach den Auslöser, weil die Serienbildfunktion deaktiviert war. Ein paar Bilder gelangen noch…

 

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Video: Spektakulärer Abbruch des Petito Moreno Gletschers am 2. März 2012

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