Thailand – ein Pantherstaat mit noch stumpfen Krallen

Südostasien insgesamt hat eine lang zurückliegende, vielseitige Geschichte vorzuweisen. Die Burmesen, die Khmer und andere Königreiche prägten die Kultur und Wirtschaft dieser vielfältigen Region. Daneben lebten und leben einige Naturvölker in den Weiten der tropischen Wälder. Das Reich von Sukhothai (ab 1238) wird als eigentliche Wiege Thailands bezeichnet. Zuvor waren im 11. Jahrhundert die Thai in ihr heutiges Siedlungsgebiet eingewandert. Die Thai stammen vermutlich aus dem heutigen südlichen China (Regionen Guangdong, Guangxi). Sie gründeten im 13. Jahrhundert erste Staaten, darunter waren Lan Na und Sukhothai.

Kriege, Machtkämpfe und das Streben nach Vorherrschaft veränderten ähnlich wie in Europa die Grenzen in Südostasien. Ayutthaya, die alte Metropole etwa 50 km nördlich von Bangkok, wurde schließlich im Zuge dieser Kämpfe 1767 von den Burmesen zerstört. Die Resttruppen der Thais zogen sich nach Süden zurück. Der General Paya Tak, eher als Taksin bekannt, gründete die neue Hauptstadt Thonburi, einem heutigen Stadtteil Bangkoks. Von dort gelang es dem General die inneren politischen Schwierigkeiten zu bereinigen und die Burmesen sowie die Khmer zurückzudrängen. Übrigens erreichte während der Blütezeit Ayutthayas das Königtum absolutistischen Status und der Buddhismus wurde Staatsreligion.

Taksin wurde schließlich abgesetzt und hingerichtet, als Folge seiner eigenen tyrannischen Herrschaftsallüren und der intregrativen Machenschaften seiner Gegner. Davon profitierte der General Chakri (Phra Phuttayodfa Chulalok), der das heute noch regierende Königshaus als Rama I. begründete und die Hauptstadt in das heutige Bangkok verlagerte. Heutiger König von Thailand ist Rama IX. (Bhumipol Adulyadej). Er folgte seinem Bruder Mahidol, der aus bislang nicht zweifelfrei geklärter Ursache zu Tode kam, am 9. Juni 1946 auf den Thron. Gemeinsam mit seiner Frau Mal Mom Rajawongse Sirikit Kityakara war der bis heute am längsten regierende Monarch der Welt in seinen jungen Jahren schillerndes Königspaar der Regenbogenpresse. Dass er lange Zeit in der Schweiz lebte, dort studierte und erst nach der Übernahme seines Amtes dauerhaft nach Thailand übersiedelte, sei nur am Rande erwähnt. Rama IX. ist mit geschätzten 35 Milliarden US-Dollar weltweit der reichste Monarch.

Zwischenzeitlich wurde Thailand Siam genannt. Seit 1855 war Siam als unabhängiger Staat Pufferzone zwischen den europäischen Kolonien der Engländer, Malaya, Burma und Indien und dem französischen Indochina (Laos, Kambodscha und Vietnam). In dieser Zeit führte Rama V. (Chulalongkorn) viele Reformen nach europäischen Vorbild durch: Einrichtung von Schulen, Einführung de Wehrpflicht, Konstituierung eines Steuersystems, Ausbau der Infrastruktur und Abschaffung der Sklaverei. Heute ist Thailand in seiner Ballungszentren durchaus eine Mischung aus westlicher Moderne und asiatischer Exotik.

Thailand gehört mit einer Fläche von rund 514000 km2 und einer Einwohnerzahl von fast 66 Millionen zu den größeren Ländern Südostasiens. Was diese Daten anbelangt, ist Thailand mit Frankreich vergleichbar. 1960 lebten in Thailand erst 26 Millionen Menschen. Das in den folgenden Jahrzehnten sehr starke Bevölkerungswachstum hat sich infolge stark gesunkener Geburtenraten auf nur noch rund 0,5% vermindert.

Der südostasiatische Wirtschaftsraum weist seit Jahrzehnten ein stabiles Wachstum auf. Viele Staaten gehören zum ASEAN-Wirtschaftsbündnis (Association of Southeast Asian Nations). Nach dem Vorbild der EU wird die wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert, so dass die Entwicklung insgesamt gefördert wird, insbesondere auch mit der ASEAN-Freihandelszone (AFTA). In Bezug auf wirtschaftliche Entwicklungstheorien ist Südostasien ein gutes Beispiel für die nachholende Entwicklung. Strategisch orientieren sich dabei die weniger entwickelten Länder an den jeweils weiter entwickelten Ländern. Bildhaft lässt sich die Entwicklung mit dem „Gänseflugmodell“ erklären: Japan, seit langem ein hochindustrialisiertes Land, ist die Leitgans. Diesem Vorbild strebten als „Tigerstaaten“ Singapur, Hongkong, Südkorea und Taiwan nach, und zwar erfolgreich. Heute sind die Tigerstaaten zweifelsohne Industriestaaten. Zu der zweiten Generation der Tigerstaaten, in der Literatur auch als Pantherstaaten bezeichnet, zählen neben Malaysia, Indonesien und die Philippinen auch Thailand, das eine kontinuierlich stabile Entwicklung aufweist (Wachstum zwischen vier und sechs Prozent) und die Asienkrise Ende der 90er erstaunlich gut überstand.

Dennoch konnte Thailand mit einem derzeitigen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von knapp 5700 US-$ (weltweit Nr. 93) den Entwicklungsstand eines Schwellenlandes nicht überwinden, die Krallen Thailands bleiben noch stumpf. Viele Menschen, rund vierzig Prozent, leben noch von der Landwirtschaft. Die Unterschiede zwischen der sich herausbildenden Oberschicht und den vielen Menschen, an denen die dynamische Entwicklung schlichtweg vorbeigeht, sind zwischen Stadt und Land und innerhalb der Ballungszentren offenkundig. Die thailändische Regierung bemüht sich, mit großen Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Gesundheitswesen die Entwicklung weiter voranzubringen.

In Thailand hat der industrielle Sektor gemäß einem Schwellenland zwar einen beachtlichen Stellenwert erreicht, über vierzig Prozent des Bruttoinlandsprodukts wird durch die Produktion erwirtschaftet. Dennoch fallen immer noch fast dreizehn Prozent auf die landwirtschaftliche Produktion.

Ob es Thailand in den nächsten Jahren gelingen wird, zu einem Industriestaat aufzusteigen, ist fraglich. Die Konkurrenz anderer aufstrebender Länder ist sehr groß. Andererseits könnten sich die Investitionen in Bildung und Infrastruktur eines Tages auszahlen und zu einem Standortvorteil werden.

Hier geht es zum Download: In Thailand wurde ein Mindestlohn eingeführt. In diesem Spiegel-online-Artikel wird beispielhaft über die Folgen berichtet

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