28.10.16 - 30.10.16 - Eine Rückreise mit Überraschungen

Das Dharasom Colonial House - eine taffe Thai-Frau ist auf Draht

 

Um 18:15 landeten wir mit Air Asia in Bangkok Don Muang, wie gewohnt pünktlich mit dieser zuverlässigen südostasiatischen Airline. Der Shuttle kämpfte sich zwei Stunden durch den Feierabendverkehr Bangkoks, während die letzten Boten der auslaufenden Regenzeit den Verkehr i Richtung Suvarnabhumi International Airport behinderten. Ich stand im Bus an einer Stelle, wo der Starkregen einen Weg durch eine undichte Stelle gefunden hatte. Das Wasser tropfte auf meine Schulter. Ich wurde nervös und unsicher, ob der Abholservice des Dharasom Colonial House so lange warten würde.

 

Wir hatten ein Hotel in der Nähe des Suvarnabhumi International Airport gebucht, um am nächsten Morgen bequem zum Flughafen zu kommen. Das gelang! Die Managerin des kleinen Hotels fuhr uns nicht nur persönlich vom Flughafen in das Hotel, sondern nach einem opulenten Frühstück auch nächsten Morgen zum Flughafen. Das wir aufgrund ihres Tipps auch zu einem guten und günstigen Abendessen in einer bemerkenswerten Straßenküche gelangten, gehört zu jenen unvorgesehenen Highlights, die auf Reisen unverhofft für Überraschungen sorgen. Dazu notierte sie uns ihre Tipps in Thai auf einen Zettel. Denn Englisch sprach in der Straßenküche keiner. Übrigens: Das Dharasom Colonial House ist ein echter Tipp für den Bangkok-Transit.

 

Wie Emirates uns einen überraschenden Zwischenstopp verschafft

 

In der überdimensionierten Halle des pompösen, mit Ölgeldern gebauten Flughafens von Dubai hörten wir aus den Lautsprechern laute arabische Gesänge, während wir auf die Abwicklung der Einreiseformalitäten warteten. Augenscheinlich waren sie religiösen Inhalts, aus den uns unbekannten Wortfetzen hörten wir immer wieder "Allah akbar" heraus. Während wir den Missionierungsversuchen in der Eingangshalle widerstanden, trat ich an den Tresen des Einreisebeamten, der nicht die übliche Attitüde eines Grenzbeamten hatte. Der etwa dreißigjährige Mann trug das auf der arabischen Halbinsel übliche lange weiße Gewand, sein Kopf war von einem weißen Turban umschlungen. Lässig kaute er Kaugummi, sein Bein stützte er salopp an einer Tischplatte ab. Meinen Gruß erwiderte er nicht, augenscheinlich schenkte er mir keine Beachtung. Eher gelangweilt drückte er den Einreisestempel in meinen Reisepass. Dafür ging alles sehr zügig. Eine halbe Stunde später saßen wir im Shuttle-Bus, der uns zum Hotel brachte.

 

Knapp sieben Stunden zuvor waren wir in Bangkok gestartet. Allerdings einige Stunden zu spät. Angesichts täglich tausender Starts der Emirates Flieger sind Verspätungen nicht auszuschließen. In diesem Fall gab es beim Airbus 380 technische Probleme, die uns im Ergebnis einen Kurzaufenthalt in Dubai bescherten. Im Mittelklassehotel in der Nähe des Flughafens hat Emirates regelmäßig ganze Gänge mit Zimmern gemietet, um kurzfristig Fluggäste unterzubringen, die ihre Anschlussflüge verpasst haben - Vollpension inklusive.

 

Dubai ist bekanntermaßen ein Betonmoloch, ein Symbol weltlicher Macht. 80% der Bewohner des Emirates Dubai sind Ausländer, Immigranten aus Indien, Pakistan, Bhangla Desh und anderen asiatischen Regionen, die der Armut ihrer Heimatländer entflohen sind. Sie arbeiten als Taxifahrer, Reinigungskräfte, im Service, als Bauarbeiter und dergleichen mehr. Ohne sie wäre Dubai eine Utopie geblieben, denn sie sind mit ihrer billigen Arbeitskraft die Säulen des Wachstums in Dubai und in anderen Scheichtümern der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Und die Gastarbeiter sorgen dafür, dass die in der Heimat zurückgebliebenen Familienmitglieder überleben können und nicht zu Armutsflüchtlingen werden. Hohe Geldbeträge werden monatlich aus den VAE in die verschiedenen Herkunftsländer überwiesen.

 

Später freuten wir uns über die ungeplante Urlaubsverlängerung. Direkt im Hotel gab es eine Agency für Touren in Dubai. Mit Sun Tours buchten wir spontan zum Preis von üppigen 30 US-$ pro Person eine Dubai City Tour. Unser Busfahrer und Guide war ein Pakistani, der uns unterhaltsam mit starken Akzent auf Englisch einen kurzen und interessanten Eindruck von Dubai übermittelte.

 

Dubai oder die Koexistenz von strengem Islam und westlicher Dekadenz

 

Unser erstes Vorurteil löste sich recht schnell auf: Eine Vielzahl der in Dubai fahrenden Autos sind aus unserer Sicht recht normale Fahrzeuge der Mittelklasse. Grund: Die Einkommen der rund 80% Gastarbeiter reichen nicht für jene Luxuskarossen, mit denen die Araber sich in Dubai fortbewegen. Aber ohne fahrbaren Untersatz geht es Dubai kaum: Dubai ist konzeptionell für den Autoverkehr ausgerichtet. Das Stadtbild wirkt teilweise wie eine Kopie typisch amerikanischer Skyline-Architektur, beeindruckend und abschreckend zugleich.

 

Gastarbeiter und Touristen verdrängen gleichzeitig die arabische Lebensart. Neben verschleierten, augenscheinlich streng islamischen Frauen sehen andere sehr westlich aus, die Kleidung teilweise sehr freizügig. Am Strand von Dubai laufen Frauen in knappen Bikinis neben Frauen in Burkas, die in ihrer Kleidung auch baden gehen. Neben einem großen Lexus 570, in dem eine traditionelle arabische Familie den Strand entlang cruist, fährt ein großes japanisches Sportmotorrad, Fahrer und Sozia zu Halloween verkleidet, die Sozia mit knappem Top und Hotpans.

 

Für Shopping reichte es nicht und wäre für unser Budget wohl auch ein wenig zu teuer. Neben Straßen, die gesäumt von Verkaufshallen mit Luxusautos sind, gibt es Malls, in denen die Luxusartikel für die Reichen und Schönen zu kaufen sind. Ein Zeichen der islamischen Regeleinhaltung ist das Alkoholverbot: In einem kleinen Supermarkt mit libanesischen Besitzern gab es nur alkoholfreies Bier. Wir kauften einiges ein, die Preise glichen denen in der Schweiz.

 

Das Abendbuffet im Hotel bot eine reichhaltige Auswahl arabischer Leckereien. Bier gab es allerdings nicht. Verstohlen fragte ich nach einen Bier, ebenso verstohlen brachte der Kellner zwei Dosen Heineken. Ich traute mich nicht, beide zu beanspruchen und ließ eines an Gittis Platz stellen, die überrascht ablehnte, ich hingegen schnell darauf hinwies, dass alles seine Richtigkeit habe. Der Preis kam mir hingegen vor, als ob ich mit dem Alkohol gleichzeitig einen mittelalterlichen Ablassbrief erwarb: 18 Euro, Freikauf von den Sünden inklusive.

 

Unsere Mördermuschel sorgte für Unruhe am Frankfurter Flughafen

 

 

Bombenalarm auf dem Frankfurter Flughafen - und wir mitten drin

 

Das unsere 1,5 kg schwere Mördermuschel am Ende unserer Reise ausgerechnet bei der Sicherheitskontrolle vor unserem Inlandsflug von Frankfurt nach Hamburg zu einer kleinen Sensation wurde, erwarteten wir nach dem unspektakulären Transport des maritimen Schmuckstückes von Kambodscha über Thailand und Dubai bis nach Frankfurt keinesfalls mehr. Unplanmäßig hatte uns Emirates wegen der Verspätung nach Frankfurt umbuchen müssen, von hier ging es mit Lufthansa weiter.

 

Als die Muschel im Tunnel des Durchleuchtungsbereiches verschwand, bewegte sich der Kopf des behäbig wirkenden Kontrolleurs nachdenklich hin und her, während er lange das Röntgenbild der Muschel, die, verpackt in einer Plastiktüte, eingerollt in einer Decke in einer kleiner Tasche auf dem Fließband lag, anschaute. Was das sei, fragte er, nein, so eine Muschel dürfe man gar nicht einführen, aber sicher sei er sich nicht. "Sollte alle Mühe vergeblich gewesen sein", fragten wir uns, als er uns aufforderte, in einen Nebenraum zu kommen.

 

Zwei eher wie Dorfpolizisten wirkende Sicherheitsleute beobachteten die Muschel gespannt, als ich sie auspackte. Wahrscheinlich hatten die beiden zu viel Tatort gesehen, denn sie machten mit einem Teststreifen einen Bombentest. "Oh, da müssen wir die Bundespolizei holen", sagte der eine der beiden im gemütlichem Tonfall, aber scheinbar dankbar, dass an diesem langweiligen Sonntag doch noch was passierte, denn der Test fiel positiv aus. Ach ja, und der Zoll müsse noch kommen, damit sicher sei, ob die Muschel überhaupt legal sei.

 

Am Ende waren 8 Menschen in dem Raum, der Gestank der Muschel, die entblößt vom Plastik auf einem Tisch lag, verbreitete sich unaufhörlich. Ich würde sie gerne wieder einpacken, sie stinke doch so, wagte ich einzuwerfen, aber gnadenlos ließen die sechs Beamten die Muschel liegen. Wäre unser Versuch, einen früheren Flieger zu bekommen, erfolgreich gewesen, spätestens jetzt hätten wir diesen nicht mehr erreichen können.

 

Gitti insistierte, pädagogisch geschickt. Es sei doch nur eine Muschel, bzw. die Kalkschale. Unter Lebensgefahr hätte ihr Mann die Muschel heraufgebracht, auf ihren Wunsch hätte er sein Leben riskiert, übertrieb sie meinen Tauchgang. Plötzlich sagten die Zöllner, es seien ja schließlich keine Korallen. Die Bundespolizei resümierte, eine Bombengefahr sei nicht zu erkennen. Die beiden Sicherheitsleute mussten sich anschließen: "Packen sie die Muschel ein, die stinkt ja tatsächlich", resümierten sie und wünschten uns eine gute Reise. Ab nach Hamburg, hieß es nun. Spät abends waren wir zu Hause, Rucksack für die Schule packen ging gerade noch. Der nächste Tag war in der Tat stressig. Aber unsere Erlebnisse wirkten nach. Es hatte sich mal wieder gelohnt.

 

Übrigens: Auf einen Tipp einer Biologiekollegin buddelte ich, nachdem ich diverse Reiigugsversuche versucht hatte, die Kalkhülle in frische Muttererde ein und stellte sie an die Heizung in das Wohnzimmer. Bis jetzt, im März fressen Mikroorganismen die organischen Reste der Muschel. Das Bld zeigt das Ergebnis der Fresstätigkeit der Mikroorganismen. Die dunklen Stellen sind inzwischen verschwunden. Grund: Einige Tage Sonne trockneten die Kalkhülle vollständig aus.

 

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