21.04.- 23.04.17 - Keine Langeweile in Bangkok

Geplappt - Essen mit Kathrin und Michael

 

"Two hundred fifty", war unser letztes Wort, während wir uns abwendeten. Mehr als umgerechnet knapp 7 Euro wollten wir nicht ausgeben. Mehrere TukTuks kämpften um Kunden, eine gute Ausgangsposition für Backpacker. Es waren aber nicht mehr jene TukTuks, die wir von unseren vergangenen Bangkokbesuchen kannten. Neue Auflagen in Bangkok sollten die Luft reiner machen, aus stinkenden Zweitaktern waren Viertakter geworden. Junge TukTuk-Fahrer nutzten die Umrüstung gleichzeitig dazu, das Outfit ihrer Gefährte aufzumotzen.

 

Unser TukTuk-Fahrer raste für unseren Geschmack mit seinem dreirädrigen Gefährt viel zu schnell und drängelte sich ganz asiatisch über verstopfte Kreuzungen. Dafür waren wir sehr pünktlich in der Tani Road, einer Parallelstraße der berühmten Backpackerstraße Khaosan Road, und bezogen das uns seit Herbst 2016 bekannte, sehr empfehlenswerte Dewan Hotel schon knapp zwei Stunden, nachdem wir um 18:05 in Bangkok Don Muang gelandet, mit dem Bus zur Skytrain-Station Mo Chit gefahren und von dort mit dem Skytrain bis nach Phaya Thai gefahren waren.

 

Es war schon erstaunlich, dass es uns tatsächlich gelang, pünktlich um 20:30 Uhr Kathrin und Michael zu treffen, die wir von zwei Skiurlauben in Nassfeld kennen. Die Beiden hatten ihren Tauchurlaub in Thailand verbracht und einen Abstecher nach Siem Reap gemacht. Jetzt genossen wir einen langen Abend in einer der vielen Restaurants in Bangkoks Altstadt.

 

Gegönnt -Tageshotel am MBK

 

Es war nur ein Katzen Sprung zum Skytrain und zu den Top-Einkaufsmalls. Mit einem der vielen aufgemotzten TukTuks gelangten wir zum Patumwan House. Übrigens wieder für nur 250 Baht, weit unter dem Preis, der uns im Dewan Hotel gesagt wurde.

 

Ein ganzer Tag stand uns bevor. Wegen unseres Treffens mit Kathrin und Michael waren wir einen Tag früher nach Bangkok geflogen. Was sollten wir am folgenden in Bangkok unternehmen, mit schweren Rucksäcken bis in die Nacht herumlaufen, das wollten wir nicht. So wurde das Patumwan zu unserem Tageshotel, Gepäckaufbewahrungs- und Duschmöglichkeit in einem.

 

Shopping - Shoppingmalls für wohlhabende Thais

 

Gläsern, chromblitzend, so präsentieren sich jene Einkaufspaläste, die sich östlich des alten Stadtkerns angesiedelt haben. Prunk, Pomp, Konsum ganz im American Style: Hier wird die Fragmentierung sichtbar, die in vielen Städten von Entwicklungs- und Schwellenländern um sich greift. MBK, Siam Discovery, Siam Square One, Siam Paragon und weitere Malls sind mit denen von bekannten Global Cities wie New York, London oder Tokio vergleichbar. Hier kaufen die Aufsteiger Thailands ein, während in den Marginalsiedlungen Bangkoks der Kampf um das Leben dominiert: Hier Kampf um Kunden und Konsum, dort Kampf um engen Lebensraum und knappe informelle Jobs.

 

Ich war auf der Suche nach einem thailändischen Bademantel, den ich im Dharasom Colonial House als Teil der Zimmeraustattung kennengelernt hatte. In den Weiten der Central World Mall wurde ich fündig. Auch Levis Chucks fanden wir in einem der zahllosen Schuhhops. Übrigens: Das MBK kannten wir von unserem Bangkokbesuch 2013. Gerade hier ist ein Zentrum von Fake-Produkten aller Art.

 

Genuss - Abschiedsessen in Straßenküchen

 

Gekonnt schwenkte die Thai mittleren Alters den Wok, um das Pad Thai knackig zu garen. Gegenüber bereitete eine andere Thai die Zutaten vor. Beide waren ein eingespieltes Team und in der Lage, frisches, leckeres Thai Food in großen Mengen zu kochen. Etwas überraschend entdeckten wir im Norden vom MBK eine Ansammlung verschiedener Straßenküchen. Wir genossen unsere letzte Mahlzeit in Asien. Die Reise neigte sich dem Ende zu. Wir waren uns einig: Eigentlich würden wir noch viele Wochen hierbleiben können.

 

Während ich die letzten Zeilen unsere Laos-Reise verfasse, erinnere ich mich an einen Bericht der vergangenen Tage: In Thailand soll Ordnung geschaffen werden. Viele Straßenküchen sind gefährdet. Küchen auf Bürgersteigen, Hygeniebestimmungen, Meldepflicht und Steuerfragen - Themen, die in Bangkok auf der Agenda stehen. Die Polizei beginnt zu kontrollieren. Tausende informelle Jobs, Einkommen für die fleißigen Armen jener Stadt, die weltweit die größten Touristenzahlen verzeichnet, sind gefährdet. Für uns ist gerade das eine liebenswerte Seite Bangkoks.

 

Das Patumwan House hatten wir bewusst in der Nähe der National Stadium BTS Station ausgewählt, um mit dem Skytrain zum Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi zu fahren. Schneller, bequemer und preiswerter geht es nicht: Eine echte Empfehlung.

 

Störung - Ein Mal ist immer das erste Mal

 

Etwas rabiat bewegte ich meine Lehne ruckartig nach hinten und wieder nach vorne. Die etwas absurd scheinende Aktion hatte einen kurzfristigen Erfolg: Es war für einen Moment ruhig, allerdings zu kurz, um in Schlaf zu fallen. Kurz darauf begann es wieder, ein lautes Schnarchen, rund einen Meter hinter unserer Sitzreihe, so laut, dass weder das sonore Triebwerksbrummen noch tief im Ohr versenktes Oropax zum Abdämpfen reichte. Nächte im Flugzeug schaffen üblicherweise keine erholsamen Schlafgelegenheiten, aber in diesem Fall war an Schlaf überhaupt nicht zu denken. Dennoch kamen wir erholt in Deutschland an: Laos war Erholung pur, weil wir dieses Mal ein wenig Tempo rausgenommen hatten.

 

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