01.09. – 06.09. – Eine lange Fahrt zurück durch nie enden wollende Prärie und das wohlige Gefühl von Wassernähe

Tour Karte 9: Von Calgary bis Duluth

Die Prärie begann gleich hinter Calgary. Ein Ende bahnte sich erst nach Überquerung des Missouris in North Dakota an (rund 1400 km!!). Hunderte von Kilometern lagen hinter uns, als wir mehr durch Zufall nach Mandan kamen, einer Stadt, die den Namen des einstmals hier beheimateten Indianerstammes trägt, und die direkt gegenüber Bismarck, der Hauptstadt North Dakotas, liegt. Dieses Gefühl, direkt am Wasser zu sein, große, grüne Laubbäume rauschen zu hören und den spiegelglatten, langsam dahin fließenden Missouri, in dem sich das Licht des herannahenden Abends spiegelte, beim Abendessen (Curryreis mit Grillhuhn) zu beobachten, war hinreißend. Es ließ uns die davorliegende Nacht vergessen. Nicht nur der tolle Zeltplatz direkt am Missouri, sondern auch die guten sanitären Anlagen im Fort Abraham Lincoln State Park veranlassten uns, den nächsten Morgen noch ausgiebig in der Sonne zu genießen und neben einem reichlichen Frühstück zu laufen und die Erdhäuser der Mandanindianer zu besichtigen.

Denn wir erlebten wieder das in einem der vorangehenden Berichte erwähnte Glücksspiel, eine Übernachtung zu finden, spontan, in den extrem dünn besiedelten, unwirtlichen Gebieten von Montana und North Dakota. Auf rund 670 km Länge, zwischen Shelby, unserem letzten Hotel, und Glendive, unserem nächsten Übernachtungsort in Montana, gab es nur acht Städte, so ließ zumindest die Karte vermuten. Doch mancher auf der Karte groß eingezeichnete Punkt entpuppte sich später als kleines, unansehnliches Provinzkaff mit heruntergekommenen Häusern oder dem Verfall ausgesetzten Mobilheimen. Montana ist mit knapp 390000 km2 deutlich größer als Deutschland (knapp 360000 km2), hat aber nur rund 990000 Einwohner. Im Vergleich wird die Weite erst deutlich, beim Durchfahren erlebten wir es hautnah. Dass es hier nicht gerade von Unterkunftsmöglichkeiten wimmelt, ist angesichts dieser Daten leicht nachvollziehbar. Montana ist in weiten Teilen Niemandsland. Mehr als extensive Landwirtschaft, vorzugsweise extensive Viehhaltung und Pferdezucht ist nicht möglich.

In Glendive gibt es einen State Park, den wir zunächst ansteuerten. Er lag sehr abgelegenen und umfasste ein größeres Gebiet von Badlands. Doch der Campground erwies sich als sehr primitiv: Grundsätzlich hätten wir eine Nacht ohne Duschen akzeptiert, auch Trockenklos wären aushaltbar, der Platz war schließlich so gut wie leer. Aber es gab kein Wasser! Und wir hatten keines an Bord. Also blieb uns nur die weitere Suche. Als wir bei einem RV-Park (eigentlich für Wohnmobile) fündig wurden und einen etwas abseits gelegenen Rasenplatz zugewiesen bekamen, waren wir zufrieden. Die Motels, die wir bei unserer Suche sahen, waren auch nicht einladender. Die Nacht war übrigens kühl. Wir fuhren offenbar in den ersten Kälteeinbruch hinein.

Allerdings ist Montanas Westen durch die Rocky Mountains sehr attraktiv und vor allem auch feuchter. Hier befindet sich auch der Glacier Nationalpark, den wir auf unserer Route von Calgary nach Shelby kurz besuchten. Ein Besuch ließe sich schnell auf einige Tage ausdehnen. Vor allem die Hikes, die hier möglich sind, fanden wir sehr attraktiv. Wir hatten nur Zeit am Logan Pass einen Teil des Highline Trails zu gehen, der aber tolle Ausblicke auf die Gebirgswelt eröffnete. Der Name Glacier Nationalpark ist übrigens heute gar nicht mehr so passend: Von rund 150 Gletscher im Jahre 1850 sind gerade ein Mal 25 Gletscher übrig geblieben. Die Gletscherzungen ziehen sich weiterhin stetig zurück.

Dass wir nach unserer Übernachtung in Glendive am nächsten Tag im Theodore Roosevelt Nationalpark, der nur rund 100 km hinter Glendive liegt, einen wunderbaren Campingplatz, wunderschön am Little Missouri zwischen hochgewachsenen Bäumen gelegen, entdeckten, tröstete uns nur wenig. So konnten wir nur die aussichtsreiche Fahrt durch den Park genießen und die Badlands und deren wundersame Erosionsformen bewundern. Die North Dakota Badlands sind geologisch älter als die South Dakota Badlands, die wir auf der Hinfahrt durchquert hatten. Deshalb ist die Erosion hier weiter vorangeschritten, die Formen sind insgesamt weicher und abgerundeter, der Pflanzenbewuchs ist ausgeprägter. Neben Bisons sahen wir verwilderte Pferde, die auf den ausgedehnten Grasflächen ideale Nahrung finden.

Nach dem späten Auschecken im Fort Abraham Lincoln State Parks verließen wir nach einem Einkauf in Bismarck, die mit nur knapp über 60000 Einwohnern eher langweilige Hauptstadt North Dakotas in Richtung Jamestown. Lediglich knapp 160 km waren es bis Jamestown, wo wir in einem ausgesprochen günstigen und gut gepflegtem Days Inn übernachteten und Zeit hatten, an dem dortigen Stausee in einer Picnic Area die zweite Portion des Curryreises mit Huhn aufzuwärmen.

Die Weiterfahrt nach Duluth (Wisconsin) verlief unspektakulär. Der langsame Landschaftswechsel tat gut, mit jedem Kilometer wurde es grüner, der Baumbewuchs nahm zu. Als wir nach Minnesota kamen, erinnerte uns die Landschaft mehr und mehr an Norddeutschland. Auf Minnesotas Nummerschild steht als Untertitel ganz plakativ „10000 Lakes“. Diese üppige Seenlandschaft ist zudem aufgrund der vielen Moränen, die die Gletscher des Pleistozäns hinterließen, recht hügelig. Bis zu den großen Seen ändert sich daran nichts mehr. Die Landschaft ist ebenso wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern durch die Eiszeiten geprägt. Allerdings ist in den USA alles deutlich großflächiger.

Am Abend waren wir froh, nicht zelten zu müssen und in einem guten Best Western zu übernachten. Denn ebenso wie im Norden Deutschlands regnete es hier, allerdings wurde der Regen nach einer langen Trockenzeit sehnsüchtig erwartet.

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