25.08. - 26.08. - Zwischenstopp am Gunang Kelimutu

Eine spontane Fahrradtour

 

Der kleinste Gang, strampeln, schwitzen, wie weit ist es noch? Wann geht es endlich zum Abzweig nach Pemo, jenem Dorf , das auf dem Hike vom Gunang Kelimutu nach Moni als erstes durchwandert wird. Die Wege waren eigentlich zu schlecht, um Fahrrad zu fahren. Bei der Tourismus Information hatten wir uns gute, neue Bike ausgeliehen. Die junge Frau, die gut Englisch sprach, kam aus Pemo. Ja, da würde man gut hinkommen, die Fahrt sei nicht so schlimm, die Anstiege nicht sehr steil. Während ich im kleinsten Gang den Berg hinauf schnaufte, wünschte ich mir, dass sie testweise selber mit den Fahrrad nach Pemo zu ihrem Haus fahren sollte. Sportlich sah sie jedenfalls nicht aus. Sie benutzte regelmäßig den Motorroller.

 

Nach etwa einer Stunde teilweise steiler Bergfahrt bogen wir völlig durchgeschwitzt links ab. Es war schon spät, der Abstecher weiter bergaufwärts nach Pemo zu weit. Also fuhren wir bergabwärts Richtung Moni über Mboti, Kopobhoke, Woloki, Nuaguta und Woloara. Und unverhofft tauchten wir in das Dorfleben abseits der Touristenpfade ein: Menschen am Abend, die Essen zubereiteten, die gemütlich zusammensaßen und spielende Kinder.

 

Die Dörfer machten überwiegend einen gepflegten Eindruck, Kinder stürmten neugierig hinter uns her und bestaunten die Mountainbikes. Und wie zuvor auf unserer Motorroller-Tour waren die Menschen sehr freundlich und hilfsbereit. Und das war auch nötig. Denn wir verloren den Weg und jede weitere Orientierung, stolperten, die Fahrräder schiebend, enge Pfade, deren Ränder dicht bewachsen waren, entlang, vorbei an kleinen Bananenplantagen.

 

Am Rande einer kleinen Bananenplantage sahen wir eine Hütte, die eigentlich nur ein Unterstand war: Die Seiten offen, als Dach eine Plastikplane. Die Kochstelle befand sich am Boden, der Schlafplatz bestand aus nackten Brettern. In diesem Moment wussten wir nicht mehr, wie es weitergeht, auch den Weg zurück hätten wir den Weg nicht mehr gefunden. Kurz darauf trafen wir die Bewohner, ein Paar mittleren Alters, sofern man das überhaupt schätzen kann. Sie arbeiteten auf einem Feld, das sie offenbar für ihre Subsistenzwirtschaft nutzten. Etwas verwundert schauten sie uns an als wir mit unseren Mountainbikes unbeholfen um die Pflanzen rangierten. Umso freundlicher halfen sie uns und zeigten uns die Richtung nach Moni.

 

Wir schoben durch Gestrüpp, ich rutschte an einem Steilhang aus und schlitterte den matschigen Pfad bergabwärts, als wir aus dem gegenüberliegenden Waldstück aufgeregte Rufe hörten, die näherkamen. Drei Mädchen, barfuß und mit Macheten ausgerüstet stürmten uns neugierig entgegen. Sie waren damit beschäftigt, Wildfrüchte zu ernten, unterbrachen ihre Tätigkeit und zeigten uns den weiteren Weg bis zu den Häusern von Woloki. Aufgeregt alberten sie herum, bis wir die ersten Häuser erreicht hatten.

 

Um 17 Uhr sollten wir die Fahrräder abgeben. Gerade so schafften wir es. Wir erreichten Moni aus östlicher Richtung, nachdem wir, von Woloara kommend, die Hauptstraße erreicht hatten. Danach hatten wir noch Zeit genug, zu Fuß zum Murundao-Wasserfall zu gehen, den man auch von Woloara über Kombobewa zu Fuß erreichen kann. Wir trauten uns nicht mehr zu baden. Denn augenscheinlich nutzten einige Dorfbewohner die Abendstunden, um sich im Wasser der kleinen Kaskaden zu waschen und unter dem Wasserfall zu duschen.

 

Moni hat Potential oder ein überraschender Reggaeabend in Mopi`s Place

 

In Moni hat sich offenbar in den letzten Jahren einiges getan. Denn es gab deutlich mehr als unser Stefan Loose Travel Handbuch ankündigte. Unsere Anton Eri Lodge war eher spartanisch, ungepflegt und absolut basic, für eine Nacht okay, aber mehr auch nicht. Der Wirt war ungepflegt und recht geschäftstüchtig. Immerhin war seine Vermittlung eines Fahrers zuverlässig. Der brachte uns am nächsten Tag zuverlässig zum Kelimutu und anschließend nach Ende.

 

Links und rechts gab es neu aussehende Lodges, die einen deutlich gepflegteren Eindruck als unsere Lodge machten. Online war das Angebot deutlich geringer. Möglicher Grund: Es gibt in Moni noch kein Internet. Vor dem Hintergrund dieser Situation hätten wir hätten wir direkt sicher eine bessere Unterkunft gefunden.

 

Durch einen Zufall hörten wir von Mopi's Place, einem Restaurant, das einem Einheimischen und seiner australischen Freundin gehört. Dass wir abends beim Dinner ganz nebenbei eine Reggae-Session erlebten, war ein Mal mehr ein Beispiel für die große Musikalität einiger Indonesier. Mopi, der Restaurantbesitzer, hatte eine Band um sich versammelt und nutzte seine Bar für seinen eigenen Auftritt. Unser Fazit: Mopi's Restaurant-und Barszene hat Entwicklungspotential und kann seine Anziehungskraft vergrößern. Eine Nacht mehr wäre schön gewesen.

 

Der bekannteste Vulkan auf Flores - der Gunung Kelimutu

 

Die meisten Touristen bleiben maximal eine Nacht in Moni oder besuchen die Hauptattraktion "by the way". Der Gunung Kelimutu ist als Nationalpark eingerichtet. Aktuell wird die Straße bis zum Parkplatz ausgebaut, um die Touristenkapazitäten zu erhöhen. Vom Parkplatz am Fuße des Vulkankegels führt ein etwa zehnminütiger gut ausgebauter Weg bis zum ersten Kratersee des 1639 m hohen Gunung Kelimutu. Die drei Boardwalks auf gesicherten Wegen führen entlang dreier Kraterseen, die durch hohe Wände voneinander getrennt sind.

 

Das Besondere der Kraterseen: Sie wechseln ihre Farben. Während 1986 die Farben türkis, dunkelgrün und schwarzrot waren, leuchteten die Seen im November 2006 in den Farben grün, braun und schwarz. Ursache dieser Veränderungen sollen phasenweise sich ändernde Mineralienabgaben der Kraterböden sein, die zu den beeindruckenden Farbwechseln führen. Wir sahen zwei türkisfarbene Seen und jenen ehemals schwarzroten See, der uns nur in einem gewöhnlichen schwarz erschien.

 

Der Kelimutu ist ein schönes Landschaftserlebnis, die farbigen Seen ein lohnender Abstecher. Dennoch erzeugte der Vulkan nicht jenes Staunen, dass wir vor allen in den grandiosen Landschaften Südamerikas und auch Nordamerikas erlebt hatten. Umso mehr hätten wir gerne noch mehr Ausflüge in der Umgebung gemacht. Wegen seiner fruchtbaren Vulkanerde, die in der Vergangenheit immer wieder durch Ascheregen gedüngt wurde, gibt es hier einige beschauliche Dörfer. Den Menschen geht es dem Augenschein nach vergleichsweise gut, weil die Ernten offenbar ergiebig sind. Vielerorts zeugen Reisterrassen, Bananen- und Ananasplantagen und Gemüsefelder von der intensiven agrarwirtschaftlichen Aktivität. Unserem kurzen Eindruck nach leben die Menschen in intakten Dorfgemeinschaften und sie leben vor allem von der Landwirtschaft.

 

Eine kurvenreiche Fahrt nach Ende

 

Ursprünglich hatten wir geplant, den Sonnenaufgang am Kelimutu zu erleben und bergabwärts über die Dörfer zu wandern. Doch schon Tage zuvor hatten wir dieses in Deutschland geplante Vorhaben verworfen, weil dies zeitlich zu knapp gewesen wäre. Denn wir mussten zum Weiterflug nach Labuan Bajo um 13 Uhr in Ende sein. Am Vortag hatten wir die Besichtigung der Dörfer, allerdings mit dem Fahrrad, vorgezogen.

 

Unser Fahrer, den der Wirt von der Antoneri-Lodge für 600000 Rupiah (rund 38 €) besorgt hatte, wartete pünktlich morgens um 7.30 Uhr, um uns zunächst zum Kelimutu und dann weiter nach Ende zu fahren. Das Frühstück aßen wir nur unter dem Motto "Hauptsache was im Magen", es war eigentlich ungenießbar. Umso besser war unser Toyota RAV 4 in asiatischer Ausführung.

 

Zwei Stunden, eine Kurve nach der anderen, die Achterbahnfahrt ging weiter. Bis Labuan Bajo schlängelt sich die Straße in unendlich scheinenden Windungen durch das Faltengebirge von Flores. Schnell wird die wenige hundert Kilometer lange Fahrt zu einer Mehrtagesreise, sicher sehr spannend, aber angesichts unserer begrenzten Zeit hatten wir uns für den halbstündigen Flug nach Labuan Bajo entschieden.

 

Unverhofft stieg ein Mitfahrer zu, der mit dem Fahrer befreundet war. Freundlich begrüßte er uns und fragte, ob er mitfahren könne. Bezahlen könne er nicht, aber er würde Englisch sprechen -im Gegensatz zum Fahrer- und uns mit interessanten Informationen versorgen. Langhaarig, in seinem Osprey Rucksack sein ganzes Hab und Gut, und mit Ohrringen, die seine Ohrläppchen extrem dehnten, stieg Seli -seinen richtigen Namen habe ich vergessen- ein.

 

Seli stammt aus Sulawesi. Seine Heimat hat er seit 8 Jahren nicht mehr gesehen. Mit 15 Jahren verließ er seine Familie und travelt seither durch die indonesische Inselwelt. Er schätzt die Freundlichkeit seiner Landsleute. Sie würden ihn aufnehmen, im Gegenzug helfe er mit beim Kochen, bei der Feldarbeit oder beim Bau von Hütten: Lebenskunst auf indonesisch, die allein auf gegenseitiger Unterstützung basiert.

 

Als wir bei einem Reisfeld hielten, damit ich die Reisterrassen fotografieren konnte, erzählte Seli vom Manggarai-Kult, der ganz in der Nähe praktiziert wurde. Ein junges weibliches Menschenopfer wurde willkürlich gejagt und getötet. Mit der abgezogenen Haut wurde eine Trommel bespannt, dessen Klang rituelle Bedeutung hatte. Auch in Todo war dieser Brauch üblich. Dort soll laut dem Stefan Loose Travelbook Indonesien noch eine Trommel mit menschlicher Haut zu besichtigen sein, die gegen eine Zahlung von 75000 Rupiah pro Person gezeigt wird.

 

Die Fahrt war durch Seli recht kurzweilig. Gemeinsam stiegen wir am H. Hasan Aroeboesman Airport aus. Seli wollte auch nach Labuan Bajo und behauptete, er würde durch sein Verhandlungsgeschick den Flug billiger bekommen als wir. Später trafen wir ihn der Wartehalle wieder. Dieses Mal hatte er Pech. Sein Flug war teurer als der unsrige. So einen teuren Flug hätte er noch nie gehabt, fluchte er.

 

H. Hasan Aroeboesman Airport Ende - Warten in einem geschlossenen Flughafen

 

Wir schritten die Front, die eher einer Ladenpassage ähnelte, auf der Suche nach dem Eingang ab. Eine verglaste Doppeltür führte uns in die etwa 100 Quadratmeter große Check-In-Halle. Ein Rollband stand für die Sicherheitskontrolle bereit. Aber das stand still. Kein Flughafenangestellter hinderte uns daran, die Halle zu betreten. In der Halle befanden sich bereits zwei US-Amerikaner aus New York, die sich auf Weltreise befanden. Während wir uns orientierten, tauchte ein Wachmann auf, der den nach und nach auftauchenden Fluggästen den Eintritt verweigerte. Der Flughafen war noch geschlossen.

 

Gute 60 Minuten vor Abflug trudelten die Flughafenmitarbeiter nach und nach ein. Das Kontrollband begann zu rollen, der Check-In-Schalter wurde geöffnet und wir konnten endlich in die Wartehalle am einzigen Gate eintreten. Unsere letzte Etappe begann.

 

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