02.08. - 09.08. - Von North Stradbroke Island bis Bagara Beach

Reiseroute

Über das Hinterland zu den spektakulären Stränden der Sunshine Coast

 

Nach drei wunderschönen Tagen trennten sich unsere Wege: Jördis fuhr vom Fähranleger Cleveland Richtung Süden zurück nach Pottsville. Nalu, ihr Pflegehund, wartete. Wir wollten noch einige Highlights auf unserer Weiterfahrt nach Norden erleben. Viel Zeit blieb nicht mehr: Sechs erlebnisreiche Tage entlang der spektakulären Küste standen uns bis Bagara Beach südlich von Rockhampton bevor. In unserem Herzen fuhr Jördis mit uns. Gerne hätten wir sie dabei gehabt.

 

Doch wir folgten ihr auf andere Weise: Gemeinsam mit Marjan hatte sie, bevor ihr Housekeeping in Pottsville begann, zehn Tage eine Wohnmobiltour bis nach Hervey Bay unternommen. Diese Route fuhren wir nach. Kurz hinter der Küste beginnt für die Australier das "Hinterland". Nicht spektakulär, aber lieblich, ruhig, provinziell und bisweilen menschenleer, so erlebten wir unsere kurze Reise.

 

Ein Tipp von Jördis war der Showground von Maleny. Was sich dahinter verbirgt, erfuhren wir erst, als wir gegen 20 Uhr das große Gelände erreichten. Viele Wohnwagen und Wohnmobile waren schon vor uns da. Gegenüber von einem Fitessstudio stellten wir den Camper für die Nacht ab und fanden erstaunlicherweise einen Stromanschluss. Der Platz gehörte der Stadt und im eigentlichen Sinne war es ein großzügig angelegtes Sportgelände mit Fußballplatz, Sporthalle, Fitnessstudio und Leichtathletikanlagen. Nur 15 Australische Dollar (knapp 10 €) kostete die Nacht, im Fitnessstudio erfuhren wir, wo wir das Geld in einen Briefkasten stecken sollten. Auf diese Weise konnte die Kommune Einnahmen zur Finanzierung der Sportangebote in Maleny generieren. Eine gute Idee, wie wir finden.

 

Zwei Tage blieben uns für die 170 km lange Fahrt durch die Glass-House-Mountains, die teilweise beeindruckende Aussichten z. B. beim Lookout Track ermöglichten. Die Glass-House-Mountains sind Überreste längst erloschener Vulkane. Übrigens: Der seltsame Name stammt vom Entdecker Captain Cook. Als der 1770 bei seiner Ostküstenfahrt die Berglandschaft erblickte, erinnerten ihn die vereinzelt stehenden, seltsam geformten Felsen an die Glasschmelzerhütten seiner englischen Heimat Yorkshire.

 

Kurzwanderungen im Kondalilla National Park und ein Stopp im beschaulichen Montville rundeten unsere Genießerfahrt ab, bevor wir Sunshine Coast, die sich nördlich von Brisbane erstreckt, erreichten.

 

Viel Sand im Great Sandy Nationalpark - Nach Noosa und Rainbow Beach

 

31.07., 17.00 Uhr, wir erreichen den Great Sandy Nationalpark und müssen uns beeilen. Gerade noch rechtzeitig hatten wir die kleine Autofähre über den Noosa River erreicht. Unser Ziel: Der Noosa North Shore Beach Campground am Südende des Nationalparks direkt am Strand. In Australien müssen Camper vor Einbruch der Dunkelheit einchecken, nach 18 Uhr, mancherorts schon nach 17 Uhr, bleiben die Schranken geschlossen.

 

Wir hatten es gut getroffen: Zwei Nächte auf einem naturbelassenen Gelände ohne sichtbare Parzellierung dienten uns die nächsten zwei Tage als Ausgangspunkt, den kilometerlangen Strand und das Meer in Sichtweite. Wir waren Gäste von Papageien, die sich wie Haustiere auf Schultern und Hände niederließen, Vögeln aller Art und Kängurus, die ohne Scheu auf dem Gelände ästen.

 

Der Strand zog sich schier endlos am blauen, aufgewühlten Meer entlang. Das Wasser war noch kalt und wenig einladend für ein erfrischendes Bad. In Richtung Norden fuhren Jeeps und 4Wheel Trucks den Strand entlang und verschwanden in der Ferne. Australier sind wie die Amerikaner große Angler, die die Weiten der Ozeane zum Angeln im Meer nutzen.

 

Vom Noosa North Shore Beach Campground aus unternahmen wir einige Ausflüge, wanderten im Great Sandy Nationalpark auf ausblicksreichen Küstenwegen und zur imposanten Carin Sand Blow Dune. Wegen der außergewöhnlichen Lage ist Noosa und Noosa Head ein nachgefragter Wohnort an der Küste von Queensland. Große Häuser, die direkt an der Lagune liegen, mit eigenem Bootanleger und Jacht erinnern an die Siedlungen der Reichen in Florida.

 

Weites Land, enge Campingplätze

 

Australien - ein Land der Camper! Immer wieder trafen wir auf langreisende Ruheständler, die um die 60 waren und die Weiten ihres Landes über tausende von Kilometern und viele Monate erfahren wollten. Andere entflohen im Südwinter den kühlen Temperaturen Südaustraliens, fuhren von Melbourne, Adelaide oder Sydney in die subtropischen und tropischen Gebiete von Queensland und vom Northern Territory.

 

Anders als in den USA, wo die Rentnernomaden große Wohnmobile bevorzugen und ihre SUV's oder Trucks hinter herziehen, dominieren in Australien Wohnwagen, die bisweilen große Ausmaße aufweisen. Ebenso wie die Amerikaner bevorzugen die Australier große Fahrzeuge, vor allem SUV's oder Geländewagen, im wahren Outback absolut notwendig, denn viele Straßen in den zentralen Wüsten, Halbwüsten und Savannen sind unbefestigt.

 

Der abenteuerorientierte Aussie zieht dazu auch eher kleinere Wohnwagen, die geländegängig sind, vor. Merkmale: Große Bodenfreiheit, große Geländereifen, stabiles Chassis und stabile Einrichtung sowie Kippsicherheit. Die Küchen, oft mit integriertem Grill, befinden sich bei den Outdoorwohnwagen häufig außerhalb und werden zum Gebrauch ausgezogen.

 

Unser Camper hatte eine Länge von rund 5,80 m, nicht viel mehr als eine ausgewachsene Mercedes S-Klasse. Mehrmals musste ich vor-und zurückfahren, um auf unseren kleinen Stellplatz auf dem Rainbow Beach Holiday Village zu rangieren. Neben dem Camper war gerade noch Platz für Tisch und Stühle, während auf der anderen Seite einen Meter neben uns der SUV unseres Nachbarn parkte. So wie auf vielen weiteren Campingplätzen in Australien war es sehr eng. Das subtropische Rainbow Beach in Queensland gehört ebenso wie Noosa oder Hervay Bay zu den bevorzugten Wintercampingplätzen der Rentnernomaden.

 

Selbst im Outback erlebten wir bisweilen eine Enge, die im Gegensatz zu den unendlich erscheinenden Weiten Australiens steht. Während in den USA die Campingplätze meist großzügig angelegt sind, drängeln sich die Camper im Aussieland. Erst im Northern Territory wurde es bisweilen etwas großzügiger.

 

Fraser Island - must do oder wie kommen 10000 Jeeps auf die Nationalparkinsel

 

Ruhig und routiniert gingen die beiden Australier um ihren Jeep. Auf dem Dach hatten sie ihre Angelruten befestigt, im Kofferraum alles verstaut, was das Camperherz begehrt. Unaufgeregt nahmen die beiden Männer die Situation zur Kenntnis: Nichts ging mehr, der Jeep hatte sich hoffnungslos im weichen Sand von Inskip Point festgefahren.

 

Die Halbinsel im Norden von Rainbow Beach erstreckt sich 30 km nordwärts.  Die weite, sandige Fläche des nördlichen Endes zeigt wie eine ausgestreckte Zunge auf Fraser Island. Die größte Sandinsel der Welt ist nur durch eine etwa ein Kilometer breite Meeresstraße vom Festland getrennt. Eine Fähre gleich einem Landungsboot bringt die Jeeps und die 4Wheel-Trucks im Pendelbetrieb nach Fraser Island.

 

Wir hatten eine Nacht in Rainbow Beach auf dem engen, überfüllten Rainbow Beach Holiday Village übernachtet. Viele Rentner aus New South Wales und aus Victoria überwinterten hier. Man kannte sich hier, begrüßte sich. Einige führten sich auf wie Platzhirsche. Unser Nachbar beanspruchte viel Platz und verjagte uns von unseren Stühlen, weil er dort mit seinem Riesen SUV parken wollte. Bevor wir weiter nach Hervay Bay fuhren, wollten wir am Inskip Point frühstücken.

 

Dass hier so viele australische Allradfahrzeuge nach Fraser Island fuhren oder kamen, vollgepackt mit Angeln und Outdoorequiqement, hatten wir nicht erwartet. Die stecken gebliebenen Australier mussten auch nicht lange warten. Ein schwerer Jeep mit Seilwinde zog ihr hilfloses Fahrzeug heraus, während sich in beide Richtungen Allradfahrzeuge durch den Sand kämpften, immer auf der Suche nach der besten Spur.

 

Wir verzichteten auf Fraser Island. Die Touren mit Allradbussen von Rainbow Beach aus sind teuer. Fraser Island, als Nationalpark eingestuft, konterkariert seinen Naturstatus mit 10000 Jeeps, Allradbussen und dergleichen mehr, die über die Insel rasen. Deshalb hatten wir uns für Northstradbroke Island entschieden. Fraser Island - für uns kein must do!

 

Hochsaison - über eine erfolgreiche Stellplatzsuche im Regen

 

Nach einem Frühstück am weiten Strand von Inskip Point mit inkludiertem Dolphin Watching machten wir uns auf dem Weg nach Hervay Beach. Unser Zwischenstopp in Tin Can Bay war wenig erfolgreich, weil

 

gerade Ebbe war und wir auch noch ein Mal zurückfuhren, um mein geliebtes South Dakota Cap, das ich in einem Café liegen gelassen hatte, zu holen. Tin Can Bay ist in Reiseführern vor allem wegen der Delphinfütterungen bekannt. Wir sahen den Ort des Geschehens und dachten uns gleich: Schlange stehen, mit einem Fisch in der Hand wollten wir nicht. Zu frisch war noch mein Erlebnis vom Amity Point, wo ich im Wasser einen Delphin direkt in seine sympathischen Augen schauen durfte.

 

Es fing an zu regnen, kräftig und lang. Es war der erste, den wir in Australien erlebten. Die Straßen von Hervay Bay waren nass. Wir fuhren verschiedene Plätze an und gerieten das erste Mal etwas in Panik: Alle Plätze waren voll, bevölkert von Touristen und vielen australischen Rentnern. Im Windmill Park ergatterten wir kurz vor Toreschluss den letzten freien Platz. Tiefer gelegene Teile lagen unter Wasser. Gut das wir einen Camper hatten und kein Zelt. Zwei Nächte in Hervay Bay mit Sightseeing und vor allem Whalewatching. Schon der nächste sonnige Morgen war verheißungsvoll und wir freuten uns auf ein weiteres Hightlight.

 

Jumping Whale ... es ist doch kein Märchen

 

Mit tiefer Ehrfurcht und einer Faszination, wie ich sie zuvor selten erlebt hatte, sah ich den Wal kraftvoll aus dem Wasser springen. Der mächtige, wohl 12 m lange schwarzweiße Körper lag für einen kurzen Augenblick waagerecht in der Luft, bevor er kaum 20 m vom Boot entfernt mit einem lauten Klatschen und einer hoch aufschäumenden Gischt mit einer Wolllust wieder im Wasser verschwand, um an anderer Stelle dieses Schauspiel zu wiederholen.

 

Hervay Bay, Treffpunkt der Buckelwale vor der australischen Ostküste: Sie kommen zu Tausenden, ziehen stoisch, von der Antarktis kommend, entlang der Küste nordwärts. In Byron Bay, vor Pottsville, von den Klippen Northstradbroke Islands oder vor Noosa hatten wir Flossen, Fontänen, mitunter dicht vor der Küste gesehen. Es war Südwinter, erst gegen Oktober, mit Beginn des Frühlings auf der Südhalbkugel werden die die bis zu 15 Meter langen Giganten den Weg zurück zu den antarktischen Gewässern antreten. Das wird die erste Bewährungsprobe der Jungwale sein, die in Hervay Bay geboren wurden.

 

Die geschützte Lage zwischen Fraser Island und der australischen Festlandküste machen diesen Ort zu einem Treffpunkt für die Paarung und für die gefährliche Geburt der Babybuckelwale. Das kühle Wasser kombiniert mit einer günstigen Strömung sind Ursache für ein reichhaltiges Nahrungsangebot, auch für die weißen Haie, die eine große Gefahr für die Babybuckelwale sind.

 

Es war unsere vierte Walewatching Tour. Bei Ausflügen im Pazifik vor Kanadas oder Equadors Küste sahen wir zwar die Riesensäuger, aber springende Wale sahen wir noch nie. Jetzt stimmte alles: Blauer Himmel, türkisfarbenes Wasser und dutzendfach springende Wale. Dazu die tolle Küstenlandschaft von Fraser Island - besser hätten wir es nicht treffen können.

 

Ab jetzt geht es nur noch nordwestwärts

 

Spektakulär, gespickt mit Highlights in einer Dichte, wie es nicht erwartet hatten. Jetzt gingen rund 14 Tage Küstenerlebnisse vorbei. Wir entfernten uns immer weiter von Jördis, die ihre Zeit in Pottsville genoss und noch viele tolle Eindrücke sammelte. Uns stand eine lange Fahrt durch das Outback von Queensland und dem Northern Territory bevor. Unsere letzte Station am Meer war Bagara Beach. Mit einem letzten Blick auf das Meer, eine ruhige Übernachtung auf einem schöner Campingplatz, wo wir in der großen Küchenanlage komfortabel kochten, und ein freudiger Rückblick auf die vergangenen Wochen verabschiedeten wir uns von Australiens Ostküste - ab jetzt geht es nur noch nordwestwärts.

 

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