21.08. - 25.08. - Maumere - Ausflüge in die Unterwasserwelt und Rollertouren in das Hinterland

Schnorcheln - Highlight im Nordosten von Flores

 

Die Korallenriffs vor den kleinen benachbarten Inseln des Budisun Resorts gehören zu den besten Schnorchel- und Tauchrevieren Indonesiens. Helmut, der bei Günter seinen Tauchmaster absolviert hatte, begleitete uns als Guide. Involviert waren zudem der Fahrer, der Fahrten für das Hotel durchführt, und ein Fischer mit seinem etwas heruntergekommenen Holzboot und dem Dieselmotor, der uns mit seinem ohrenbetäubenden Lärm lautstark viele Stunden begleitete. Rund 1,4 Millionen Rupiah (ca. 90 €) kostete die Privattour. Um an die guten Spots zu gelangen, ist man auf Boote angewiesen. Der Beach und das Meer vor dem Budisun, das einen beachtlichen Tidenhub aufweist, eignete sich kaum zum Schnorcheln oder Schwimmen.

 

Fische aller Farben, Hart- und Weichkorallen und klares, warmes Wasser entschädigten für den Aufwand. Wir konnten uns auf den drei Schnorchelspots gar nicht sattsehen. Helmut spürte mit seinen geübten Augen manchen Fisch auf, der unserer Aufmerksamkeit entgangen wäre. Alleine sind Schnorcheltouren in diese Region jedoch gefährlich. Teilweise ist die Strömung zu stark, dass auch ich als sehr guter Schwimmer nicht dauerhaft gegenanschwimmen konnte. Wir sprangen vom Boot, ließen uns mit der Strömung über die Korallen treiben, beobachteten dabei Helmut, der den Weg vorgab. Einige Kilometer weiter sammelte uns das Boot dann wieder ein.

 

Wir sahen zwar weitgehend intakte Korallen, aber auch hier setzt das Korallensterben ein. Durch den Klimawandel bedingte höhere Wassertemperaturen und die verbotene, jedoch teilweise noch betriebene Dynamitfischerei setzen mancherorts den Korallen zu. Auf einer Insel, an der wir Halt machten, trafen wir auf eine Gruppe von Einheimischen, die mit einer indonesischen NGO (Nichtregierungsorganisation), die sich für Umweltschutz einsetzt, unter Leitung eines Fachmannes eine Reise durch Flores machten, um sich als Multiplikatoren für Umweltschutz und Nachhaltigkeit einzusetzen. Hoffentlich zeigen diese Bemühungen bald Erfolg, denn Umweltzerstörung und Vermüllung der Landschaft ist in Indonesien weitverbreitet. Es lohnt sich, noch intakte, nicht so intensiv vom Tourismus genutzte Regionen wie z. B .Flores zu erhalten und den Zustand geschädigter Bereiche zu verbessern - übrigens auch im Interesse der Tourismuswirtschaft. Denn die Touristen werden ausbleiben, wenn die Attraktionen Indonesiens sterben.

 

Schnorcheln vor Maumere in der Floressee - Klicke auf die Bilder, um sie zu vergrößern

Ein Roller für sechs Euro am Tag

 

Die Straßen wurden immer schmaler, weite Teile waren nicht mehr befestigt. Uns begegneten vereinzelt nur noch Motorroller. In einem kleinen Dorf versuchten wir uns durchzufragen: "Bola?" "Bola, Bola", war die Antwort. Dabei fuchtelte der Mann mit den Armen und zeigte in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Also fuhren wir zurück und folgten der weiteren gestischen Anweisung, nach einigen Kilometern rechts abzubiegen. Wir waren wieder auf dem richtigen Weg. Freundlichkeit begegnete uns meist auf unserem Weg nach Süden an die Küste der Savusee. Kinder riefen, winkten und kamen neugierig zum Roller. Viele Touristen fahren hier nicht lang, so dass wir die Neugierde der Landbewohner weckten.

 

Im Bereich Maumere ist Flores nur 12 km breit. Also folgten wir dem Vorschlag aus dem Stefan Loose Travel Handbuch, eine Rollerrundtour von Geliting über Watublapi und Doka nach Bola, dem Fischerdorf an der Savusee zu unternehmen und über Wolokoli, Waipare und Geliting wieder zurück zum Budisun zu fahren. Den Roller hatten wir von Rindho für 100000 Rupiah gemietet. Er brachte uns zuverlässig über die bergigen, teilweise sehr steilen Straßen, die teilweise so eng waren, dass ich links an die Seite fahren musste, wenn ein kleiner Minibus oder Mini-LKW entgegenkam. Rindho erzielte ein kleines Nebeneinkommen für die Miete, zusätzlich zu dem Verdienst, den er als Empfangs- und Restaurantchef im Budisun verdiente. Er wechselte sich mit Joseph ab. Beide sprachen recht gut Englisch.

 

Die meisten Villages waren sehr sauber, die Häuser meist sehr einfach, aber gepflegt. Viele, teilweise sehr prachtvolle Kirchen säumten unseren Weg, in jeder Village war eine Schule, häufig eine katholische vermutlich der Steyler Mission. Fröhlich winkend wanderten die Kinder in ihren Schuluniformen um die Mittagszeit nach Hause. Zwischen den Villages wuchs der dichte, häufig mit Palmen durchsetzte Wald, bis an die Straße. An manchen Stellen begann er wieder Besitz von der Straße zu nehmen.

 

Die katholischen Sikkadörfer produzieren in Heimarbeit traditionelle Baumwollkleidung (Ikat-Produktion). Dabei wird Baumwolle aus Flores verarbeitet, die mit Naturfarben gefärbt wird. Fast war ich geneigt, einen Saron für umgerechnet ca. 100 € zu kaufen. Aber der Touristen-Preis war mir zu hoch und mein Saron aus Myanmar reicht mir und ist zudem leichter und luftiger.

 

Es war unsere erste Begegnung mit dem Inland von Flores. Einen Tag (inklusive kleiner Zwischenstopps) dauerte die Fahrt. Schnell fahren konnten wir nicht, insofern reichte der kleine, 100 ccm Yamaha-Motorroller aus. Eine Kurve folgte der nächsten, es gab nur wenige Stellen, wo die Tachonadel die 40er oder 50er km/h-Marke erreichte. Hinter mir wackelte Gitti bisweilen von rechts nach links. Die schmale, harte Sitzbank war vor allem für den Sozius unbequem, lange Strecken kaum durchzuhalten.

 

Restaurants oder Straßenküchen begegneten uns nicht, auf der Rückfahrt plagte uns Hunger. Kurz vor dem Ortsausgang Bajos Richtung Norden hatte eine kleine Straßenküche Erbarmen. Nur zufällig entdeckten wir sie. Wir waren die einzigen Gäste und trafen ein Mal mehr auf eine Freundlichkeit, die zu unserem Wohlbefinden auf Flores ganz erheblich beitrug. Wir unterhielten uns mit Gestik und Mimik, die Köchin zeigte uns Bilder von Flores und ihrer Familie, ein Mann kam vorbei, begrüßte uns und neugierige Kinder suchten Kontakt. Ein einfaches Essen, mit Teig ummantelte frittierte Kartoffeln und Bananen als Vorspeise und eine Nudelsuppe, einfach lecker. Kartoffeln sind übrigens für Südostasien eher ungewöhnlich. Auf Flores haben die Missionare die Kartoffel zu einem verbreiteten Nahrungsmittel etabliert.

 

Reisebuchtipp Wuring

 

In Reiseführern angepriesen, fuhren wir unseren zweiten Rollertag Richtung Westen die kurvenreiche Straße entlang. Zuvor organisierten wir unsere Weiterreise nach Moni. Der Privatfahrer, den uns Joseph vom Budisun angeboten hatte, war uns mit rund 60 € zu teuer. Zudem wollten wir zumindest eine Strecke in einem einheimischen Verkehrsmittel zurücklegen. Doch dazu mehr im nächsten Reisebericht.

 

In Wuring überkam uns nur ein Gedanke: Schnell weg, schnell in unsere "Oase Budisun". Warum nur wird Wuring als Ausflugsziel erwähnt? Wir erlebten diesen Ort als ungepflegt, schmutzig, eng und etwas bedrohlich, als wir mit dem Roller die enge Straße hineinfuhren. Die Freundlichkeit, die uns im Binnenland begegnete, erlebten wir hier nicht. Zum ersten Mal während unserer Reise wollten wir nur noch schnell weg. Armut, heruntergekommene Häuser und Dreck, danach war uns überhaupt nicht.

 

Eigentlich wollten wir zum Kajuwulu Beach fahren. Wir fanden ihn nicht. Einladende Strände gab es auf diesem Küstenabschnitt nicht. Später hörten wir von Österreichern, dass die Tour Richtung Osten lohnender gewesen wäre. Nach dreißig Minuten Fahrt hätten wir den Strand von Wairterang erreicht. Dort hätten wir sogar schnorcheln können.

 

Das kleine Fischerdorf Wuring wurdet von den Bajo erbaut, einem Seenomadenvolk, das ursprünglich aus Sulawesi stammt. Einige Stelzenhäuser sahen wir. Während aus einer Moschee der für unsere Ohren lästige Gesang des Muezzin ertönte, fuhren wir in eine Seitenstraße Richtung Hafen. Kleine Schiffe wurden entladen, Männer schleppten Säcke und schmissen sie auf die Ladefläche eines kleinen LKW. Ein Schiff, augenscheinlich nicht mehr Einsatz war zur Spielfläche von tobenden Kindern geworden. "Foto, Foto", schrien sie und sprangen mutig mit Saltos und Kopfsprüngen in das Hafenwasser. "Money, Money", war das nächste, was ich hörte, als ich meine Kamera einpackte. Nachdenklich und zügig verließen wir Wuring Richtung Budisun. Ein leckeres Abenddinner wartete auf uns ... und am nächsten Tag die Weiterfahrt nach Moni.

 

Achterbahnfahren auf Flores

 

Der Suzuki-Minibus, 7 Sitze, 470000 km auf der Uhr, 9 Jahre alt, war unser Verkehrsmittel, dass uns für 100000 Rupiah (rund 6,30 €) die zwar kurze, aber intensive Strecke nach Moni brachte. Zum Glück konnte der Suzuki nicht schnell fahren, denn eine Kurve folgte der nächsten. Der Wagen machte zwar einen recht guten Eindruck, jedoch entsprach der Zustand der Reifen keinesfalls europäischem Standard. Möglicherweise traf das auch auf die Bremsen zu.

 

Tatsächlich hatten wir diese intensive Aneinanderreihung von engen Kurven noch nie erlebt. 150 km, rund vier Stunden Fahrzeit, sehr schmale Straßen, auf denen große Busse und Lastwagen so gut wie nicht vorkamen, lagen hinter uns, als der Wagen stoppte und der junge Fahrer mit seinem Finger auf das unscheinbare Schild "Antoneri Lodge" zeigte: Unsere Bleibe für eine Nacht.

 

In Maumere hatte uns Joseph zunächst überreden wollen, mit einem Privatfahrer des Budisun Resorts zu fahren, dabei unterwegs noch einige Stopps einzulegen. Wir hatten uns dagegen entschieden, weil uns rund 70 € zu teuer waren, wir schon genügend Wasserfälle auf unseren Reisen gesehen und traditionelle Dörfer sich immer wieder als für Touristen hergerichtete Museumsdörfer erwiesen hatten. Zudem versuchen wir auf unseren Reisen immer wieder einheimische Verkehrsmittel zu nutzen.

 

Ursprünglich wollten wir mit der für florensische Verhältnisse renommierten Gesellschaft Gunung Mas fahren, doch in der Agentur erfuhren wir, dass der Bus schon morgens um 6 Uhr starten würde. Alternativ bot uns der Mann die Vermittlung eines Minibusses an, er würde dafür sorgen, dass maximal vier Leute mit fahren würden. Nebenbei strich er 40 % Provision ein. Morgens um 8:30 sollten wir vor der Agency stehen, die von einem Hotel betrieben wurde, das sich im gleichen Gebäudekomplex befand, ein Hotel, das einen so heruntergekommenen Eindruck machte, dass wir froh waren, im relativ teuren Budisun gewohnt zu haben. Maumere hat noch keine ausgebaute Hotelszene, Resorts mit westlichen Standard, darunter das Budisun, sind noch sehr selten. Sie verteilen sich vor allem am Küstenabschnitt im Osten von Maumere.

 

Als wir am Morgen bereits eine viertel Stunde gewartet hatten, begann der Agencybetreiber nervös zu telefonieren. Kurz darauf kam der schwarze Suzukibus, der von einem jungen Mann gesteuert wurde. Der lange Fingernagel des kleinen Fingers der rechten Hand sollte zeigen, dass er es geschafft hatte, körperliche Arbeit, abgesehen von dem Heraufhieven des Gepäcks auf das kleine Dach des betagten Minibusses, musste er nicht mehr verrichten.

 

Englisch sprach der Fahrer nicht. Deshalb konnten wir ihn nicht nach dem Grund fragen, warum er scheinbar ziellos durch Maumere fuhr, die kleine Nachbarstadt Geliting mehrmals durchfuhr und dabei telefonierte, stoppte und aufgeregt ausstieg, um dann unvermittelt weiterzufahren. Um 9:30 Uhr waren wir immer noch nicht auf dem Weg nach Moni. Gleichwohl beruhigte es uns ein wenig, dass auch andere Minibusfahrer, die meisten Minibusse waren übrigens Suzukis, sich ebenso verhielten. Die Fahrer schienen ihre Fahrzeuge zu lieben, mit bunten Radkappen, besonderen Lackierungen, übergroßen Lautsprechern oder skurillen Aufbauten versuchten sie aufzufallen.

 

Auf ein Mal ging alles ganz schnell. Der Suzuki fuhr zurück zur Agency, zwei Einheimische stiegen ein. Jetzt bestätigte sich unsere Vermutung: Der Fahrer würde seine Fahrt nach Ende erst starten, wenn der Minibus voll sein würde, und zwar mit mehr als den angekündigten vier Passagieren. Nach einigen weiteren Telefonaten, einigen Hin- und Herfahrten saßen wir plötzlich beengt mit sieben weiteren einheimischen Passagieren im Minibus und die beengte Fahrt begann. Wir waren froh, dass in unserer Reihe neben Gitti eine kleine, ältere Frau saß. Jedes Mal, wenn sie frische Luft schnappen wollte, tickte sie Gitti vorsichtig an und bat sie, den Knopf für den elektrischen Fensterheber zu bedienen.

 

An dieser Stelle möchte ich den Fahrer loben, der tatsächlich recht vorsichtig und defensiv fuhr. Andere Busfahrten z.B. in Myanmar oder in Bolivien hatten uns zeitweilig Angst gemacht. Auf dieser Fahrt fühlten wir uns einigermaßen sicher.

 

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